Liebe Jessica #1

Nummer 1 aus der Reihe “Briefe an Jessica Clements”, welche durch meine Zeit inspiriert worden ist, in der ich romantische Gefühle für sie gehegt habe. #Fiktion

Liebe Jessica,

als ich klein war, hatte ich Brieffreunde gehabt, aber irgendwann sind wir einfach verstummt. Ich war nicht reif genug, um eine Konversation aufrechtzuerhalten. Ich rede nicht viel, weil sich durch Gerede nichts ändert, wie ich finde. Menschen tun es dennoch, vermutlich weil sie sich alleine fühlen. In den meisten Dingen des Lebens habe ich mich spät entwickelt. Ich musste alles selbst herausfinden, weil ich Einzelkind arbeitender Eltern bin. Aber sie wissen es auch nicht besser. Und Freunde zu haben, war mir immer fremd, weil ich in jungen Jahren zweimal umgezogen bin.

Ich wollte dir verraten, wo ich dich das erste Mal gesehen habe. Ich bin auf Youtube rumgesurft und irgendwann bin ich dann auf dich gestoßen, wie du mit deinen Vögeln auf den Schultern dich vor der Kamera geschminkt hast. Ich wollte mehr von dir sehen und habe mir alle deine Videos angeschaut. Später besuchte ich dann deine Instagram Seite und habe gelegentlich Kommentare hinterlassen, die ich nach einem Tag wieder gelöscht habe, um mich nicht lächerlich zu machen.

Später habe ich einen Instagram Account erstellt, mit dem ich täglich Bilder von dir hochgeladen habe, allerdings leicht verändert, quasi etwas gewürzt. Ich hatte gehofft, dass ich auffallen würde. Und am Ende haben dir sogar zwei drei Bilder gefallen. Aber ich musste damit aufhören. Denn ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, einen Lebensunterhalt aufzubauen. Ich wohne bei meinen Eltern. Aber ich würde gerne mit dem, was ich gerne tue, auch ein Leben finanzieren können, wo du gerne einen Platz haben wollen würdest.

Deshalb habe ich viel gelesen und eines Tages ein Zauberbuch gefunden, welches Türe öffnen soll. Irgendwie habe ich es geschafft, dass mein Kleiderschrank nun ein Tor zu deiner Stadt ist. Ich dachte erst, es wäre eine Art Zeitreise, aber so ist es nicht. Wenn ich dort reingehe, lande ich in das gegenwärtige New York. Aber ich kann nichts berühren und ich bin unsichtbar, wie ein Geist. Ich habe lange versucht, dich zu finden. Es war schwer, weil ich alle paar Stunden wieder zurück muss, um zum Beispiel zu essen und zu schlafen.

Ich muss Schluss machen und werde mich wieder bei dir melden.

Liebe Grüße,

Chun